Wandern

Der Aar-Höhenweg

Der Aarhöhenweg führt Sie auf einer Länge von 63 km von der Aar-Quelle bei Taunusstein-Orlen zur Mündung nach Diez. Der Weg hat einen Höhenunterschied von 355 m und teils längere Streckenabschnitte im Waldbereich. Wanderkarte TS-Mitte ISBN-Nr. 3894463082 wird zur Übersicht empfohlen. Flyer gibt es bei der Verbandsgemeinde Hahnstätten.

Zwischen dem Höhenrücken des Taunus und dem Tal der Lahn haben sich sieben Bäche ihre Täler geschlürft. Eines davon, das Aartal, ist touristisch besonders gut erschlossen: von einer Straße, der (zurzeit stillgelegten) Bahnlinie, einem Radweg und einem Höhenweg. Letzterer bildete bereits zur Römerzeit eine wichtige Route zwischen den Kastellen entlang des römischen Limes und wurde im Jahr 2003 reaktiviert. Er verbindet die Orte, die im Aartal liegen, wenngleich er sie nur selten direkt ansteuert.
Die Strecke ist landschaftlich reizvoll und führt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Der Weg verläuft über weite Teile in den Flanken der Wälder oberhalb des Wiesengrundes vornehmlich rechts der Aar und bleibt damit vom Trubel, der speziell an Sommerwochenenden auf der Aarstraße herrscht, weitgehend verschont. Man kann unterwegs an vielen Stellen in die Route einsteigen und sich die Gesamtstrecke in wohl dosierte Portionen unterteilen. Zurück zum Ausgangspunkt gelangt man mit dem öffentlichen Bus, der im gesamten Tal pendelt.
Die Route eignet sich auch für Mountainbiker, die es gewohnt sind, nicht gleich in den kleinsten Gang zu schalten, wenn es aufwärts geht, und denen kurze steile Downhill-Passagen keine Schrecken einjagen. Besondere Rücksicht auf Wanderer ist dabei Ehrensache.
Ein kleiner Prospekt gibt einen groben Überblick über den Aar-Höhenweg. Die gesamte Strecke ist in der 1:50.000er Wanderkarte "TS Mitte" des Hessischen Landesvermessungsamtes eingetragen.

Startpunkt: Parkplatz am Kastell Zugmantel
Markierung: stilisierter Aar-Verlauf
Länge: Streckenweg 65 km
Dauer: 3 Tage
Weg: alles - vom Wurzelpfad bis zur Landstraße

An der Basilika 11 a, 65375 Oestrich-Winkel
Telefon: 06723/9955-0, Fax: 06723/9955-55,
E-Mail: tourist@rheingau-taunus-info.de,
Internet: www.rheingau-taunus-info.de
Oder: www.aar-touristik.de

Vom Limes zur Lahn

Die Quelle der Aar befindet sich auf historischem Gelände: In der Nähe des historischen Römerkastells Zugmantel. Vom gleichnamigen Wanderparkplatz an der Bundesstraße 417, auch Hühnerstraße genannt, ist sie keine 500 Meter Luftlinie entfernt. Etwa 300 Meter nördlich von hier verlief früher der Limes, der hsitorische Grenzwall der Römer. Vom Wanderparkplatz führt ein Waldpfad zu einer Wiese, wo ein rekonstruierter Turm steht und ein Stück des Limes mit Wall, Zaun und Graben errichtet wurde. Der Abstecher vor dem Auftakt zur Tour lohnt den kurzen Weg.

Die auffällige Markierung des Aar-Höhenweges weist auf der ehemaligen "Eisenstraße" in Richtung Osten von der Straße weg. Zunächst fogt man dem breiten Forstweg etwa 200 Meter, bis der Richtungspfeil nach rechts abwärts weist. Keine 75 Meter weiter verrät ein Schild neben einer Kuhle, dass man sich im Quellgebiet der Aar befindet. Allerdings versickert das Wasser, das hier zutage tritt, sehr schnell wieder und lässt noch keinen Bach erahnen.

Der bildet sich erst auf einer großen Lichtung 200 Meter weiter unterhalb, wo der Aar-Höhenweg auf einen Querweg trifft und zur linken Seite die Wiesenaue wechselt (Ruheplatz), bevor er dem beginnenden Talzug am Waldrand entlang abwärts folgt. In der Wiese sieht man deutlich, wo das Wasser an einer kleinen eingefassten Quelle wieder zutage tritt. Hier hat man sie endlich entdeckt, die eigentliche Quelle der Aar.

Die Route begleitet die Waldwiese an ihrer linken Seite und läuft an drei Fischteichen vorbei talauswärts. Wo sie in die Feldgemarkung übergeht, biegt der Weg nach rechts ab und leitet am Waldrand entlang aufwärts zur Fußgängerbrücke über die Bundesstraße 417 (30 Minuten ab Parkplatz am Kastell Zugmantel).

Jenseits geht es kurz nach rechts und dann auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg hinüber zum kleinen Waldstück "Auf dem Berg". Dort mündet der Aar-Höhenweg auf die Route mit dem "roten Punkt" ein, der er nach halblinks folgt. Der Höhenweg führt ab hier an einem Feldhain, später am Waldrand entlang über die nahe Geländekuppe hinweg oberhalb des Aartals auf Wehen zu. Unterhalb des Halberges (Fußballplatz) mündet die Route auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg ein und gelangt schließlich auf der Zufahrtsstraße zum Sportplatz zu den ersten Häusern des Taunussteiner Stadtteils im "Alten Orler Weg" und zur Bundesstraße 275. Nun geht es neben der Straße auf dem Bürgersteig bis zur nächsten Linkskurve, wo die B 275 über die Aar hinwegführt (45 Minuten ab Fußgängerbrücke über die B 417).

Wehen war lange Zeit Sitz von Amt und Gericht der Ortschaften im Wehener Grund. Bereits 1323 wurde der Siedlung das Stadtrecht verliehen. Die Bürger sicherten ihre Stadt mit einer dreifachen Mauer und errichteten ein Schloss. 1815 erhob der in Wehen geborene Regierungspräsidnt Karl von Ibell die Stadt zum Sitz der Amtsverwaltung mit damals 35 Ortschaften. Heute gehört Wehen gemeinsam mit neun anderen Orten zu Taunusstein, der größten Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis.

An der Brücke schert der Aar-Höhenweg nach halbrechts in die "Bergstraße" aus. An deren Ende biegt die Route nach halbrechts in den "Neuen Weg" ein. In dessen nächster Rechtskurve weist die Markierung geradeaus in die "Dornbornstraße". Auf ihr gelangt man ins Wiesental zurück. Ein asphaltierter Wirtschaftsweg führt an einem Kleingartengelände vorbei leicht ansteigend zu einem Reiterhof. Kurz darauf biegt die Route auf Höhe eines Biolandhofes nach links ab und leitet am Aartalhof vorbei in den Talgrund.
Am Minigolfplatz verlässt der Aar-Höhenweg die Straße nach rechts und folgt der Wiesenaue bis zur Gemarkung von Hahn. Der Taunussteiner Stadtteil mit seinem markanten Bürgerhaus bleibt links liegen, während die Route dem Bachlauf weiterhin auf der rechten Talseite folgt. Schließlich mündet der Weg in die "Schützenstraße" ein, der man nach links folgt. Die Straße, die von Hahn aus das Wingsbachtal aufwärts begleitet, wird gequert, um jenseits zum Schwimmbad im Kotzebachtal zu gelangen. Hier mündet man auf einen Radweg ein, dem der Aar-Höhenweg nun is nach Bleidenstadt folgt (60 Minuten ab Taunusstein-Wehen).

 Bleidenstadt war seit der Gründung des Klosters um 785 geistliches Zentrum der Region. 812 beschenkte Kaiser Karl das Kloster mit reichem Besitz. Die Kirche wurde dem frühchristlichen Märtyrer Ferrutius gewidmet und mit dessen Reliquien ausgestattet. Der römische Soldat, der in Mainz diente, war zum christlichen Glauben übergetreten und lehnte jeden weiteren Kiregsdienst ab. Er wurde eingekerkert und verhungerte im Gefängnis in Kastel, wo er um 305 beigesetzt wurde. Bereits 312 errichteten Gläubige über seinem Grab eine Kapelle. Seitdem genoss er großes Ansehen in der Bevölkerung, das Kloster war im Mittelalter Ziel vieler Wallfahrer. Seine Geschichte endete erst mit der Säkularisation 1803, als das Kolster aufgelöst und aller Besitz verstaatlicht wurde.

Der Aar-Höhenweg bleibt im Talgrund und trifft schon bald auf die Straße von Bleidenstadt nach Watzhahn, die man quert. Jenseits geht es auf der "Vogtlandstraße" in Richtung Tennisplätze zum Spielplatz an der Ortsgrenze. Kurz dahinter zieht das Asphaltsträßchen nach halbrechts in den Talgrund hinein. Den Links-Abzweig zum Klärwerk lässt man liegen und wandert nach rechts leicht aufwärts zum eingefassten Brunnenhaus im Wasserschutzgebiet.

Auf Höhe der Fichtenschonung oberhalb schlgt der Wirtschaftsweg eine Kehre nach links und steigt in Nähe zur Überlandleitung weiter auf. An der Wiese kurz danach verlässt der Aar-Höhenweg die Asphatstraße und folgt dem Feldweg nach links zu Waldrand. Dort biegt er erneut nach links ab und läuft nun in einem langgezogenen Rechtsbogen um den Häncheskopf herum zu einer schmalen Lichtung im Hambachtal.

Der Höhenweg folgt dem Wiesengrund noch etwa 200 Meter aufwärts und wechselt dann die Talseite. Jenseits zieht er halbrechts in den Hang hinauf. Am folgenden Wegedreieck hält er sich links noch wenige Meter aufwärts und führt dann erneut in einen langgezogenen Rechtsbogen hinab zu den Fischteichen im Laubachtal.

Nun geht es entlang der orographisch rechten Talseite auf einer Forstpiste abwärts. Nach knapp 300 Metern schert die Route nach halbrechts aus und führt im Wald am Hang fast höhengleich hinüber zum Herbachtal und der Straße, die in Richtung Hohenstein-Born führt (90 Minuten ab Taunusstein-Bleidenstadt).

Die Route nutzt die Straße etwa 300 Meter talabwärts. Etwa 50 Meter, nachdem von rechts ein Bach einmündete, schert nach halbrechts ein schmaler Pfad von der Straße aus, dem der Höhenweg folgt. Der Pfad schlägt einen Bogen nach rechts und steigt auf einem Geländesporn in Serpentinen knapp 50 Höhenmeter steil an. Oben angelangt, schert er kurz darauf nach halblinks aus und gelangt bald zu einer einfachen Schutzhütte. Der sogenannte "Pionierweg", 1912 von kaiserlichen Truppen bei einem Manöver angelegt, lehnt er sich höhengleich an den Hang an. Unterwegs sind durch das Grün der Bäume immer wieder herrliche Blicke auf Hettenhain und Bad Schwalbach zu erhaschen.

Etwa 100 Meter nach einer Ruhebank an einem markanten Aussichtspunkt oberhalb von Bad Schwalbach (Vier-Kirchen-Blick) biegt der Höhenweg an einer Wegeschere nach halbrechts aufwärts ab und steigt nun etwa 200 Meter leicht an, bevor er erneut nach links in den Hang ausschert. Kurz darauf mündet die Route auf eine freie Forstpiste ein, der man nach links folgt. Sie führt in einem steilen Hang in einem weitenn Bogen leicht hinab. Wo der Weg oberhalb von Adolfseck auf die Feldgemarkung trifft, steht links ein Aussichtspavillion. Von ihm aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Bad Schwalbacher Stadtreil, der 2005 seinen 650. Geburtstag feierte. Von hier ist es nicht mehr weit hinab ins Neubaugebiet und auf der "Borner Straße" in das Dorf hinein (75 Minuten ab Straße im Herbachtal).l

Hier schlägt die Aar einen weiten Bogen und schließt den kleinen Ort ein, den einzigen auf der Strecke zwischen Bad Schwalbach und Aarbergen. An dieser Stelle baute Graf Adolf II. von Nassau-Idstein 1356 eine Burg. Um sie zu befestigen, durchschnitt man den Felsgrat, auf dem die Burg stand, und legte einen See an. Um die Burg herum stand das Dorf Adolfseck, dem Kaiser Karl IV. schon 1367 Stadtrechte verlieh. Die Burg fiel dem 30-jährigen Krieg zum Opfer, wurde als Steinbruch freigegeben und ist seitdem nicht mehr erkennbar.

Aus Adolfseck hinaus folgt man der Aarstraße etwa 50 Meter in Richtung Diez, bis nach halblinks ein asphaltierter Wirtschaftsweg in die "Fahrwiesen" abbiegt. Er führt im Talgrund über die Aar hinweg und unter der Bahnlinie hindurch in Richtung Justinusfelsen. Nach dem Lindschieder Grund steilt der Weg kurz auf und mündet auf einen Aussichtspunkt "Alte Schanze" ein, ein kleines Wiesenplateau über dem Tal. Darüber, wozu das System aus Erdwällen und Gräben einst gedient haben könnte, gibt es mehrere Meinungen. Denkbar wäre, dass hier bereits zu Zeiten des römischen Limes eine Befestigungsanlage existerte, wahrscheinlicher aber scheint, dass die "Schanze" erst im 30-jährigen Krieg angelegt wurde. Von dem kleinen Plateau geht es wieder steil hinab zu den Bahngleisen und zur Tafel am Justinusfelsen (20 Minuten ab Adolfseck).

Hier durchquerte in römischer Zeit der Limes das Aartal. Einer der römischen Grenzwächter, der um 200 nach Christus im Kleinkastell Adolfseck stationiert war, hat wohl aus Langeweile während seines Wachdienstes in einen Felsen neben dem Talgrund seinen Namen in den Stein geritzt: "Januarius Justinus". Etwa doppelmannshoch liegt der Felsen am Fuße des Steilhanges. Forscher begeistern sie noch immer daran, dass sich die Konturen der Buchstaben über eine so lange Zeit derartklar erhalten konnten. Auffallend die rote Farbe, mit der ein Unbekannter die Inschrift nachzog. 1896 hat jemand mit den Initialien KF seine Anfangsbuchstaben in den Fels gemeißelt und dabei rücksichtslos Teile der Jahrtausende alten Schrift zerstört.

An dem Felsen beginnt ein kurzer Serpentinenaufstieg, der hinaufführt zu einem Waldweg, auf den die Route nach rechts einbiegt. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Versorgungsstraße, die zum Klärwerk im Aartal führt. Auf ihr gelangt man zunächst zu einem kleinen Weiher im Kohlbach und kurz darauf nach rechts über die Gleise hinweg an der Mühle zum Felsentor zur Aartalstraße (30 Minuten ab Justinusfelsen).

Hier quert der Aar-Höhenweg die Straße und steigt auf der rechten Talseite auf einen schmalen Weg im Lichten Hochwald leicht an. Dabei läuft er den folgenden Bacheinschnitt lang aus, bevor er auf eine breite Forstpiste einmündet und in die Hänge oberhalb des Aartales zurückfindet. Nach einem weiteren Rechtsbogen trifft die Route auf die Straße nach Hohenstein-Breithardt. Sie begleitet sie etwa 300 Meter taleinwärts, bsi die Richtungspfeile nach links hinunterweisen ins Breithadter Bachtal. Man quert die Straße auf Höhe eines Fischteiches und wandert nun nach links, dem Wiesengrund folgend, wieder talabwärts.

Dort, wo der Weg die Straße erneut trifft, biegt die Route fast im 180-Grad-Winkel nach rechts rückwärts ab und steigt in zwei langen Serpentinen im Hang hinauf. Dabei passiert man eine einfache Schutzhütte. Weiter oben mündet der Weg schließlich erneut auf eine breite Forstpiste ein (Ruhebank). Etwa 50 Meter zuvor konnte man durch die Bäume einen beeindruckenden Blick auf die Burg Hohenstein erhaschen.
Rheingau-Taunus-Information

An der Einmündung hat die Hegegemeinschaft Aartal zwei große Infotafeln errichtet. Auf ihnen wird die Aufgabe der Gemeinschaft erklärt. Dazu gibt es Informationen zum Thema "Jagd" sowie eine Übersicht über zehn Jagdhundrassen. Weiterhin zeigen die Tafeln Spuren und Fährten von Wildtierarten wie Fuchs, Hase, Marder, Damwild. Häufige Tiere sind daneben der Fasan, der Dachs, das Rebhuhn und die Stockente. Die wichtigsten Bäume in den heimischen Wäldern sind ebenso abgebildet: Buche, Fichte, Bergahorn, Kiefer, Eiche, Esche, Vogelbeere und Hainbuche.

Hat man die Schilder aufmerksam betrachtet, biegt man nach links auf die Forstpiste ein und steigt auf dieser ständig leicht an. An einer markanten Rechtskurve, wo der Aar-Höhenweg den breiten Forstfahrweg verlässt, lohnt ein kleiner Abstecher (100 Meter nach links) zu einem markanten Aussichtspunkt zur Burg Hohenstein auf der anderen Talseite.

Sie wurde um 1190 von den Grafen von Katzenelnbogen erbaut, die sich auch die Grafen von Hoynstein nannten. Sie war eine der am stärksten befestigten Burgen dieses Grafengeschlechtes und diente über viele Jahre hinweg als Amtssitz.

Nach dem 30-jährigen Krieg verfiel sie zur Ruine. Auf der Freilichtbühne im Inneren finden alljährlich im Sommer Theateraufführungen statt. Vom Aussichtsfelsen wandert man zur Forstpiste zurück und steigt kurz nach links ab (Geländer). So trifft man auf einen querlaufenden Pfad, dem man nach rechts folgt. Er weitet sich schon bald zu einem Weg und zieht in einem Rechtsbogen zu einer großen Waldlichtung. Hier biegt die Route nach links ab und taucht wenige Meter danach wieder in den Wald ein (90 Minuten ab Felsentor).

Wer wollte, könnte nun in die Talsenke in 15 Minuten hinunterwandern nach Burg Hohenstein-Unterdorf (Einkehrmöglichkeit, Übernachtung). Die Route indes biegt nach rechts in den Hang ab und nähert sich im leichten Anstieg der ersten von drei Geländesporn-Kuppen (Ruhebank). Dahinter leitet der Weg leicht abwärts in die folgende Talmulde, aus der er leicht aufwärts zum Geländesporn am Sattelkopf (zwei Ruhebänke) führt. Nun in stetem auf und ab am Hang entlang zu einer Rechtskehre des Weges an einem Hochsitz, wie die Markierung nach links abwärts weist. 200 Meter weiter unten mündetdie Route auf einen Querweg am Hang ein, dem man nach rechts folgt. Nun passiert der Weg eine einfache Schutzhütte, bevor er im Wald plötzlich nach links abbiegt und den schmalen Nach auf einer Brücke quert.

Jenseits folgt die Route einem Wurzelpfad nach links leicht abwärts und findet zurück in die Flanke direkt über dem Aartal, wo er auf einen breiten Waldweg stößt (Ruhebank). Weiter bergab gelangt man an eine Wegeschere. Hier heißt es, sich links zu halten. Der Weg schneidet den steilen Hang und bietet häufig herrliche Talblicke. so erreicht man die nächste Weggabel (Ruhebank) oberhalb der Neumühle im Tal, wo es erneut nach links leicht abwärts geht. Sehr bald schon schimmert von unten durch den Blätterwald die Aar hindurch, begleitet von den Gleisen der Bahn, Auf Höhe der Zimmermannsmühle im Tal hält man sich an der Weggabel erneut halblinks und wandert entlang der Talaue nach Aarbergen-Michelbach, das man am oberen Ender dere "Mühlstraße" erreicht (2 Stunden ab Abzweig Hohenstein-Unterdorf).

Der Ortsteil ist bekannt durch die gleichnamige "Michelbacher Hütte", die bereits seit dem 17. Jahrhundert als Eisenhüttenwerk bestand. Noch heute ist "die Hütt", wie die Passavant-Werke im Volksmund genannt wird, ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.
Nun kurz hinab zur "Hauptstraße", knapp 50 Meter nach rechts zur "Brühlstraße", in diese links hinein und gleich wieder links in die "Hüttenstraße". Sie führt nach den letzten Häusern in den Wald hinein und trifft oberhalb der Gewerbeflächen auf den asphaltierten "Bonifatiusweg", der leicht ansteigt zur katholischen Kirche St. Bonifatius. Nun sehr originell durch den offenen Glockenturm hindurch und auf Stufen hinab zu einer Pflasterstraße, der man nach rechts folgt und oberhalb von Firmengebäuden und einem Temmisgelände schließlich zur Brücke über den Aulbach und zur "Scheidertalstraße" in Kettenbach gelangt (30 Minuten ab Michelbach).

Diese wird gequert, um jenseits den "Wehrweg" hinaufzuwandern bis zur "Bahnhofstraße" und dann nach links hinüber zur "Rathausstraße". Nun sind es nur mehr knapp 200 Meter bis zum Sportplatz. Dort hält man auf das hintere Tor zu. Von hier führt ein Weg kurz nach links abwärts und biegt gleich wieder nach rechts in den Hang ab. Kaum 50 Meter später schert ein Pfad nach halbrechts aus, der den Hang quert und in einem leichten Rechtsbogen aufwärts zur Feldgemarkung leitet. Hier nun nach links auf den unbefestigten "Hauser Weg" einbiegen, der nach knapp 400 Meter auf eien asphaltierten Wirtschaftsweg einmündet. Dieser führt nach links abwärts auf Hausen über Aar zu (30 Minuten ab Kettenbach, Einkehrmöglichkeit, Übernachtung).

Hier wie anderorts bildete die Aar die Grenze zwischen Katzenelnbogen und dem Nassauer Land. Der Ort liegt nicht etwahöhenmäßig über der Aar, sondern von der Grafschaft Katzenelnbogen aus betrachtet jenseits, also über der Aar. Spätestens jetzt merkt man, dass sich die Landschaft verändert hat. Die Aar ist aus ihrem engen Tal herausgeflossen, die dichten Wälder treten zurück und weichen einem Flickenteppich aus Feld, Wald und Wiesen. Der Blick bleibt nicht mehr gleich am Gegenhang hängen, sondern reicht weit über die nächsten Höhenzüge.

Ohne in das Dorf abzusteigen, hält man sich bei den ersten Häusern am Hang und folgt einem asphaltierten Wirtschaftsweg leicht aufwärts in die Feldgemarkung. Am Waldrand, wo der feste Belag endet, biegt die Route nach links auf einen Gemarkungsweg ein, der sich zwischen den Feldern hindurch Rückershausen nähert. Schließlich senkt sich die Route in Serpentinen auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg zum Ort (30 Minuten ab Hausen ü.A.).
Auch hier bleibt die Route oberhalb des Dorfes und folgt bei den letzten Häusern einem asphaltierten Wirtschaftsweg hangaufwärts in die Feldgemarkung hinein. Dort, wo die Route den Wald erneut erreicht, geht das Asphaltsträßchen in einen Feldweg über. Der Höhenweg führt am Waldrand entlang, der hier die Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz markiert, und leitet wenig später wieder in die Felder hinein. Plötzlich taucht vor uns die gewaltige Burg Schwalbach im Blick auf. Nun ist es nicht mehr weit bis in das gleichnamige Dorf und auf dem Serpentinenfußweg zur Burg hinauf (60 Minuten ab Rückershausen, Einkehrmöglichkeit).

Der Ort zu ihren Füßen wurde bereits 790 erstmals urkundlich als "Squalbach" erwähnt, als Karl der Große dem Kloster Prüm Güter dieser Gemarkung schenkte. Graf Eberhard von Katzenelnbogen ließ die Burg von 1368 bis 1371 errichten. Zur gleichen Zeit hatte er von Kaiser Karl IV. die Erlaubnis erhalten, den Ort zu befestigen und ihn zur Stadt auszubauen. Ende des 16. Jahrhunderts residierte Graf Wilhelm von Nassau-Weilburg hier. Spätestens seit Beginn des 18. Jahrhunderts verfiel die Burg zusehends. Heute ist sie grundlegend renoviert und öffentlich zugänglich. Vom 39 Meteer hohen Turm, der über eine Naturstein-Wendeltreppe zu ersteigen ist, hat man einen herrlichen Blick.

Hinter der Burg führt eine steile Straße hinauf zum Sportgelände. Wo sie endet und der Aar-Höhenweg nach halblinks weiterläuft, lohnt ein Abstecher zum 200 Meter entfernten Märchenwald. Hier haben die Helfer des Heimatvereins Burgschwalbach ein interessantes Freizeitgelände mit vielfältigen Spielmöglichkeiten geschaffen. Kinde können dort auf einem richtigen Schiff in See stechen, in einer kleinen Festung Burgherr oder Burgfräulein sein, im Soldatenfort Indianer spielen, auf einem der originellen Spielgeräte rutschen, klettern, balancieren sowie sonstwie toben und tollen. Sitzgruppen laden zum Picknick ein, eine große und mehrere kleine Blockhütten gewähren Unterschlupf bei Regen oder zu viel Sonne. Der Aar-Höhenweg hält am Waldrand auf die Hochfläche zu. Kurz vor einem Hochsitz biegt er nach links ab, quert die Senke auf einen Feldweg und erreicht den gegenüberliegenden Waldrand. Dies folgt er nach rechts zum markanten Sendemast und dort nach links vor dem Wald entlang zur Lutz-Grillhütte. Von hier blickt man auch in das gewaltige Loch oberhalb von Hahnstätten hinein, in dem seit vielen Jahrzehnten gewerblich Kalk abgebaut wird. Ist man hier werktags unterwegs, hört man die Geräusche der Maschinen und Lastkraftwagen ein Stück des Weges.

Hier verlässt der Höhenweg den Wald und hält auf die Senke zu, in der die Straße zwischen Hahnstätten und Kaltenholzhausen verläuft. Diese wird gequert, um jenseits geradeaus ins Feld hineinzuwandern. Dort trifft man auf einen Wegweiser in Richtung Netzbach (1,5 Kilometer), das nächste Ziel. Vom dortigen Dorfplatz aus folgt man der "Unterdorfstraße" erneut in die Feldgemarkung hinein. Am Schießstand biegt ein Feldweg nach links ab, der die Talaue bis nach Oberneisen begleitet (2 Stunden ab Burgschwalbach).

Auch hier spart die Route einen Abstecher ins Dorf aus, sondern läuft am Hang hinüber zum Friedhof an der auffälligen evangelichen Kirche, 1817 bis 1919 als Rundkirche erbaut. Zu der Säulenhalle am Eingangsportal führen breite Treppen. Im Inneren stehen zehn hohe, dicke, gekehlte Säulen. Sie umrahmen den Altar mit einer Marmorplatte von 1,75 Meter Durchmesser.
Am Friedhof zweigt der Höhenweg nach halbrechts ab und leitet im Wiesenhang leicht aufwärts zu einem Festplatz mit Unterstellhütte. Hier biegt die Route im Wald nach links ab und führt, zuletzt in Serpentinen, hinunter zur Forststraße im Mühlbachtal, das man quert. Nun heißt es aufpassen: man muss im Hang dem unteren Weg folgen, der von Hecken und Gebüsch gesäumt bis zur freien Feldgemarkung leicht ansteigt. Dort zweigt die Route nach links Richtung Niederneisen ab und führt im Abstieg ein kurzes Stück steil auf die Häuser von Oberneisen zu, bevor sie nach rechts in den Hang ausschert. So gelangt man schließlich zum Wendehammer am Ende der "Volkersbergstraße" in Niederneisen.
Man folgt ihr bis zur Hauptstraße und hinab zum stillgelegten Bahnübergang, vor dem nach rechts ein Sträßchen in Richtung Klärwerk abzweigt. An diesem vorbei geht es im Wiesengrund bis zum Granitwerk bei Flacht. Unterwegs war das nächste Ziel schon klar auszumachen: die Ruine Ardeck.

In Flacht bleibt man weiter rechts der Bahn und läuft auf einem bestigten Wirtschaftsweg in der Gemarkung auf halber Höhe hinüber zu den erste n Häusern im Neubaugebiet von Holzheim. man erreicht sie am Ende der Straße "Ober den Erlen", auf die man nach rechts einmündet und hinüberläuft zur Straße zwischen Holzheim und Diez. Hier verspringt der Weg für 30 Meter nach links und biegt dannn nach rechts in die "Albert-Schweitzer-Straße" ein. An deren Ende führt die "Schöne Aussicht" kurz nach rechts hinauf und dann nach links Richtung Burg Ardeck. Vom Wendehammer am Ende der Straße führen wenige Stufen durch das Feldgehölz in die freie Gemarkung, wo links plötzlich die gewaltige Ruine auftaucht (75 Minuten ab Oberneisen).

die einstige Festung ist das Wahrzeichen von Holzheim. Graf Adolf von Nassau-Dillenburg ließ sie 1395 errichten unf gab sie den Adeligen von Diez zu Lehen. Diese starben 1727 aus, danach verfiel die Burg. Auf die Freilichtbühne werden seit 1994 bei den Burgfestspielen im Zwei-jahres-Turnus Theaterstücke gespielt.
Der Aar-Höhenweg läuft nicht direkt zur Burg, sondern hält am Feldrand von der Burg in Richtung Nordost über die freie Gemarkung auf die nächste Geländesenke zu. Hier mündet er auf einen Asphaltweg ein und folgt diesem in einem weiten Linksbogen hinunter zum Aartalradweg.

Die letzten Kilometer bis Diez laufen der Radweg und der Aar-Höhenweg auf gleicher Trasse. Man wandert zunächst entlang der Bahngleise nach rechts zu einer kleinen Felswand, wo die Route nach links abknickt. Unter den Gleisen hindurch, über die Aar hinweg und unter der B 54 hindurch gelangen wir zu einer Liegewiese. Hier beginnt der Walderlebnispfad Diez, begleitet vom Maskottchen Hannes (Ruhebänke). Jetzt ist man fast am Ziel. Die Umgehungsstraße wird erneut gequert (Brücke), dahinter leitet uns ein Wegweiser in die Innenstadt von Diez. Wir erreichen Sie an der großen Brücke über die Aar kurz vor deren Mündung in die Lahn (60 Minuten ab Ruine Ardeck).

Diez wird erstmals 790 in einer Urkunde Karl des Großen unter dem Namen "Theodissa" aufgeführt. Beherrscht wird das Bild der einstigen nassauischen Amtstadt von der Burg auf dem Schlossberg, Stattliche Fachwerkhäuser und imposante Gebäude zeugen von der Bedeutung der Stadt über die Jahrhunderte hinweg. Ist man hier angekommen, hat man sich ein Päuschen an der Lahn-Promenade mehr als verdient.

Veröffentlichung mit freundlicher Erlaubnis des Verfassers: Wolfgang Blum, Geisenheim