Historie

Als man im Sept. 1959 in der Schönbornerstraße, im Haus Nr. 7 bei Ausschachtungsarbeiten ein fränkisches Grab aus der Zeit um 600 nach Christus fand war sicher, dass das Gebiet um Niederneisen schon vor diesem Zeitpunkt besiedelt war. Die gefundenen Grabbeigaben wurden dem Heimatmuseum in Diez übergeben. Ein weiteres wichtiges Datum für Niederneisen ist das Jahr 790 nach Christus. Im Juni dieses Jahres schenkte Kaiser Karl anlässlich eines Besuches in Mainz, Niederneisen und weitere Orte an der Aar dem Kloster Prüm.
Niederneisen gehörte zum Kirchspiel und Amt Flacht. Die Niederneisener gingen nach Flacht in die Kirche. Flacht hatte, wie aus einer Urkunde der Abtei St. Salvator in Prüm aus dem Jahre 881 hervorgeht, schon eine Kirche und war daher sicher der Mittelpunkt an der unteren Aar. Niederneisen gehörte bis 1815 zum Amt Flacht als infolge einer moderneren Verwaltung das Amt Flacht mit dem Kirchspiel dem Amt Diez zugeschlagen wurde. Als wir 1866 zu Preußen kamen wurden Landkreise eingerichtet. Von da an gehörte Niederneisen zum Unterlahnkreis mit der Kreisstadt Diez. Heute sind wir Teil der Verbandsgemeinde Hahnstätten im Rhein-Lahn-Kreis mit der Kreisstadt Bad Ems. Niederneisen gehört nach wie vor zum Kirchspiel Flacht.
Niederneisen ist nach 1945 sehr stark gewachsen was seinen Ausdruck in den entstandenen Baugebieten wie „Engelsgraben“, Kräutergärten“, Im Brauner I,II und III, Grundweg, Auf dem Wog I und II, „Im Brühl“ findet. Dazu ist ein Baugebiet „Nordwest“ geplant. Niederneisen hatte 1945 knapp 1000 Einwohner. Im Jahr 2005 liegt die Einwohnerzahl bei ca. 1450. Für die Grundversorgung sind in der Gemeinde folgende wichtige Einrichtungen u.a. vorhanden: Kindertagesstätte, Grundschule, 2 Arztpraxen, 1 Bäcker. Daneben gibt es eine Gärtnerei, Tankstelle, Autohandel, Handwerk und mehr.

Um 1820 wurde das Rathaus als Gemeinde - Backhaus auf dem in der Mitte gelegenen freien Platz errichtet. Schon zu dieser Zeit hatte es einen Turm mit einer Glocke. Es kann als sicher angenommen werden, dass in dem Backhaus auch das Rathaus untergebracht war. Die Glocke diente als Totenglocke und rief auch die Bewohner bei einer Feuersbrunst zum Löschen zusammen. Heute wird die Glocke nur noch zu Beerdigungen geläutet.
Am Rathaus direkt angebaut ist heute das Feuerwehrgerätehaus. Vorher war hier ein freier Platz, auf dem eine Kastanie stand.
In dem Haus, welches sich an diesen freien Platz anschließt, befand sich eine Schmiede. Das alte Feuerwehrgerätehaus – früher Spritzenhaus – war dem Rathaus gegenüber in westlicher Richtung. An das Spritzenhaus, nach Süden, schloss sich das Judenhaus an. Direkt gegenüber befand sich ebenfalls eine Schmiede. In der Rathausstraße Höhe Haus Nr. 19 fiel 1944 eine Bombe. An der Ecke Rathausstraße / B 54 in Richtung Diez stand die Zehntscheune, die 1847 von Georg Philipp Stotz gekauft wurde und zum Bau eines für einen Krämer passenden Wohnhauses mit Scheune abgerissen wurde.