Historie

In einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 790 wurde >Larheim< gemeinsam mit weiteren Nachbardörfern erstmals erwähnt. Karl der Große schenkte damals Güter an das Kloster Prüm in der Eifel.
Zu dieser Zeit muss wohl hier schon ein Gemeinwesen bestanden haben.
Die erste Besiedelung fand vor 790 statt.

Der Name Lohrheim lässt auf die Entstehung des Dorfes schließen. „Heim“ ist die Endsilbe vieler fränkischen Dörfer. Im Laufe der Jahre wurde „Larheim“ zu „Lohrheim“. Man geht davon aus, dass die heutige Schreibweise durch den Dialekt des Dorfes entstanden ist.

Im Oberneiser-Wald, in der Nähe des Dorfes Lohrheim, befinden sich Hügelgräber aus keltischer Zeit.
Funde aus keltischer Zeit wurden auch bei Bauarbeiten entdeckt.

Nach Urkunden konnte festgestellt werden, dass 1092 dem Albanstift in Mainz ein Hofgut in Lohrheim geschenkt wurde.

Seit 1276 erschienen in der Historie zwei Adelsfamilien, die Adeligen von Larheim und die Donner von Larheim, die 1543 und 1571 ausstarben. (Siehe Dr. Gensicke „Die von Lohrheim und die Donner von Lohrheim“, Nassauische Annalen Band 81 von 1970 Seite 242 – 254.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatte Lohrheim eine von Johann von Lohrheim gestiftete Kapelle, obwohl Lohrheim seit Einführung der Reformation 1564 zum Kirchspiel mit Oberneisen und Netzbach gehört.

Diese Kapelle stand auf dem Besitz der Freien von Dehrn. Für die Benutzung mussten die Lohrheimer jährlich drei fette Gänse liefern.

Die Gemarkungsbezeichnungen >Steinernes Haus< und >Alter Wingert< erinnern an den Burgsitz der Adeligen Markolf von Larheim und an Weinberge der Gemarkung.

1627, also im 30jährigen Krieg, wird ein Herr >Schön< als Zehnteinnehmer für die Ortschaften Oberneisen, Hahnstätten und Kaltenholzhausen bestellt. Der Familienname Schön ist heute noch zahlreich im Dorf vertreten, ebenso wie der Name Gaul, die auf dem Gnadentaler Hof im 18. Jahrhundert Pächter waren und gleichzeitig den Oraniensteiner Hof mitverwalteten.

Anfang 1914: Zwei wichtige Ereignisse für Schule und Gemeinde sind der Bau einer Quellwasserleitung und die elektrische Beleuchtung des Dorfes. Ebenfalls 1914: Bohrung der >Westdeutschen Bohrgesellschaft< auf dem Grubenfeld von Phönix nach Ton, die verhältnismäßig starke Lager ergaben. Es ist das Kaolinvorkommen, das bis zum heutigen Tage abgebaut wird, während die Förderung von Eisenstein und Schwefelkies längst eingestellt wurde. Die Schwerspatgrube >Amalie< stellt im Mai 1924 ihren Betrieb ein.
Eine außerordentlich wichtige Eintragung aus dem Jahre 1929 soll hier angefügt werden. Im Dorf und in der Gemarkung Lohrheim wurden Funde aus grauer Vorzeit gemacht. Von diesen Funden schreibt Lehrer Otto Ferger in der Schulchronik: Der neue Wasserleitungsbau brachte wertvolle Funde aus der Vorzeit zu Tage. Bei dem Ausheben der Dorfgräben stießen die Arbeiter hier und dort auf feste Schlackennester, deren Bedeutung sie zunächst nicht kannten. Als man dann aber auch Scherben von Töpfen und Krügen mit nur geringer Beschädigung fand, gab es keinen Zweifel mehr, dass man es hier mit Töpfereien unserer Vorfahren zu tun hatte. Nach Entfernung des daran hafteten Schmutzes konnte man folgende Feststellung machen: Sämtliche Sachen waren aus heimischer Tonerde gebrannt, das wiesen die neuen Bruchstellen ganz deutlich aus. Allerdings war dies vorher keineswegs so gereinigt und geschlämmt worden, wie das heute bei der Herstellung des Kaolins geschieht. Es blieben noch genug Körnchen drin. Eine äußere Glasur fehlte noch ganz, ebenso Verzierungen. Weder Urnen noch Töpfe hatten einen besonderen Fuß, etwa in der Form eines Wulstes. Von fachkundiger Seite wurden sie in die fränkische Zeit (700-800) datiert.

Ein Jahr später, bei der Anlage des neuen Friedhofes und eines neuen Zugangweges, stieß man ebenfalls bei Ausgrabungsarbeiten auf ein altes Frankengrab, in dem ein Skelett in Ost-West-Richtung lag. Mit Schieferplatten war das Grab eingefasst. Schmuck und Waffen wurden nicht gefunden.

Lohrheim bildete zusammen mit den Orten Hahnstätten, Oberneisen, Niederneisen, Schönborn, Katzenelnbogen, Allendorf, Ebertshausen, Klingelbach, rechts des Dörsbaches, Schaufers, Habenscheid, Heuchelheim (Wüstung), Holzheim, Flacht und Hohlenfels die Markgenossenschaft der Fuchsenhöhle. Diese Markgenossenschaft wird in einem 1384 aufgezeichneten Weistum genannt (Grimm).

Wie früher üblich, gab es eine Dorfschule. Um das Jahr 1770 wurde in Lohrheim erstmals unterrichtet, allerdings nur in der Winterzeit. Im Sommer betrieb der erste Lehrer, Peter Schneider, seine eigene Landwirtschaft. Er unterrichtete die Kinder in seinem eigenen Privathaus, da noch kein Schulgebäude vorhanden war. Nachdem der Lehrer 1781 starb, mussten die Kinder in Oberneisen zur Schule gehen. Nachdem 1819 die Schule in Oberneisen zu klein war, richtete die Gemeinde Lohrheim im Backhaus im oberen Stock einen Raum für den Schuldienst ein.
1836 wurde dann die erste Schule mit Lehrerwohnung gebaut. An dieser Stelle steht heute das Feuerwehrgerätehaus (Schaumburgerstraße).

Von den Gebäuden ist das Zehnthaus (schönes Fachwerkhaus) eines der ältesten Gebäude in Lohrheim. Es befindet sich hinter dem Haus Bachstraße 11.
Zu den ältesten Häusern zählen u. a. auch die Häuser in der Bachstraße 11 und 15.
Das „Kuhmann Haus“ gegenüber dem Dorfplatz war früher ein landwirtschaftliches Gebäude, bestehend aus Scheune, Stall und Wohnhaus. Heute ist es liebevoll renoviert und ein Schmuckstück für Lohrheim.

In den 70 er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Mehrzweckhalle gebaut. Sie wird für Feste aller Art genutzt. Natürlich dient sie auch dem Sportbetrieb. Unter der Halle befinden sich die Räume der Kindertagesstätte mit Außenspielplatz und des Jugendraumes.
Ebenfalls aus dieser Zeit stammt der Sportplatz neben der Mehrzweckhalle.

Am 01. August 2003 findet die erste Sprengung für den geplanten 30 ha großen Merschelbachbruch statt. Heute kann man die Fortschritte bei der Nutzung der Erdvorkommen verfolgen