Historie

Wald und Wasser standen Pate bei der Namensgebung unseres Ortes, der im 14. Jahrhundert aus den Siedlungen Kaltenbach und Holzhausen zusammengewachsen ist. Schon in der Vor – und Frühgeschichte war die fruchtbare Talmulde des Kaltenbaches, der bei Oberneisen in die Aar mündet, Ausgangspunkt der Besiedelung des engeren Heimatraumes. Zahlreiche Bodendenkmäler, die von der Wissenschaft des Spatens erst zu einem geringen Teil ausgewertet wurden – die Funde sind im Landesmuseum in Wiesbaden aufbewahrt – sind beredte Zeugen einer auffällig starken Landnahme und Besiedelung.

Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 790. In jenem Jahre schenkt Karl der Große neben anderen Königsgütern auf der Aar auch einen Weiler Caldenbach an das Kloster Prüm in der Eifel. In einer Fehde zwischen der Stadt Frankfurt und den Rittern auf der Aar wird Caldenbach 1393 völlig zerstört.

Die Bewohner siedeln sich um das nahegelegene Hofgut Holzhausen, einem Besitztum der Grafen von Diez, neu an; einige Jahre später sind beide Siedlungen zu einem Dorf zusammengewachsen. Die Einwohnerzahl dieser Gemeinde wird 1590 mit 30 Hausgesäßen angegeben.

Auch bringt der Dreißigjährige Krieg furchtbare Leiden, Armut und Verschuldung. 1647 zählt man noch 9 Männer, 13 Frauen, 24 Kinder und 2 Gesinde im Dorf. Nur eine Generation später steht jedoch eine Siedlung über den Trümmern, ihr Kern ist zum Teil noch heute erhalten.

Durch Zehntpachtung lösen sich die Bewohner zu Beginn des 18. Jahrhunderts von den drückenden Naturalabgaben an die Grundherren. Die Aufteilung des „Märkerwaldes“ (hierüber berichtet das 500 Jahre alte „Märkerweistum“ von Kaltenholzhausen) im Jahre 1782 bringt der Gemeinde reichen Waldbesitz und damit eine bisher nie gekannte finanzielle Sicherheit und Freizügigkeit. Aus den Einkünften des Waldes baut die Gemeinde 1825 ein neues Schulhaus, 1830 das Rathaus und 1895/96, an der Stelle einer alten Kapelle aus dem Jahre 1364, die jetzige evangelische Dorfkirche, welche im Jahre 1996 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Trotz erheblicher Waldeinbußen nach den beiden Weltkriegen befindet sich auch heute noch ein großer Waldbestand im Besitz der Gemeinde und dient den Bürgerinnen und Bürgern zur Erholung nach erfolgter Arbeit und an Wochenenden.

Kirchlich gehört Kaltenholzhausen seit dem Mittelalter zur Pfarrei Hahnstätten, die bis zur Reformation dem Ruralkapitel Kirberg, später der Inspektur Diez angegliedert war. Schon im 15. Jahrhundert hat der Ort eine eigene Kirche und wird hinfort in den Kirchenbüchern als Filiale der Pfarrei Hahnstätten geführt. 1955 wird die Umpfarrung in das Kirchspiel Heringen (Dekanat Runkel) vollzogen.

1702 erhält die Gemeinde auch das Recht, eine eigene Schule zu bauen und einen Lehrer anzustellen. Damit löst sich eine jahrhundertealte enge Bindung zur Nachbargemeinde Hahnstätten.

Wie in vielen Landgemeinden hat sich auch hier in den letzten Jahrzehnten die soziale Struktur grundlegend gewandelt. Die Zahl der eigenständigen landwirtschaftlichen Betriebe ist stark zurückgegangen, der Anteil auswärts beschäftigter Angestellter und Arbeiter nimmt von Jahr zu Jahr zu.