Historie

Die früheste urkundliche Erwähnung einer Anzahl von Ortsnamen der engeren Heimat (karolingische Zeit), darunter auch Hahnstätten war 790. In einer Schenkungsurkunde Kaiser Karls des Großen – Mainz 9. Juni 790 – an die ABTEI PRÜM wird das heutige Hahnstätten als „Haonstat“ benannt.

Der Weinbau und eine gute Bodenbeschaffenheit im Tal wird urkundlich 845 n. Chr. erwähnt. Die gute Situation wird dazu beigetragen haben, dass sich Hahnstätten allmählich vergrößerte. Im 15. und 16. Jahrhundert hatte Hahnstätten bereits eine ansehnliche Anzahl von Häusern und Familien. Um die Brücke über die Aar in der Dorfmitte (Breitenplatz) entwickelte sich im 18. Jahrhundert das Dorf mit seinen Straßen und Wegen. Der wirtschaftliche Aufschwung der Gemeinde wurde auch von der Aartalbahn günstig beeinflusst. Heute ist Hahnstätten das größte Dorf an der Aar und Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung.
Jedes Jahr am 2. Sonntag im September wird von Samstag bis Dienstag der „Hahnstätter Markt“ mit großem Krammarkt am Dienstag gefeiert. 2005 war Jubiläumsjahr aus Anlaß des 125. ten Hahnstätter Marktes und 50. Jubiläum des VHVH.

Die Nikolauskirche wurde 1217 vom Diezer Graf Heinrich III. auf dem Eisenberg (hier wurde früher Eisenerz abgebaut) erbaut. Die Kirche ist im, für unsere Gegend ungewöhnlichen, romanischen Baustil erbaut. Im Chorraum befindet sich der Katharinenaltar. Seit 1548 ist die St. Nikolaus-Kirche evangelisch.
Stolz sind die Hahnstätter auf die „Kölner Lehmstuckdecke“, die im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts im Mittelschiff angebracht wurde und mit vielfältigem Blatt- und Rosettenschmuck verziert ist. Nassau-Weilburg besaß 1526 das Patronat der Hahnstätter Kirche.
Im Jahre 1564 musste in der Grafschaft Diez die katholische Lehre der lutherischen weichen.

Auf dem Friedhof neben der Kirche steht die Grabkapelle der Familie von Bieberstein. Sie ist ein Beispiel neugotischer Stilformen und wurde 1834 zu Ehren von Ernst Franz Ludwig Freiherr Marschall erbaut.
Hier fanden alle Nachkommen von Ernst Franz Ludwig und seiner Frau Caroline ihre letzte Ruhe.
Die letzte Grabplatte stammt aus dem Jahre 1991, in dem der letzte Wasserschlossbesitzer aus dem Hause Marschall von Bieberstein, Bundesbahndirektor Wulf Ernst August, verstarb und in der Gruft beigesetzt wurde.

Um das Jahr 1362 baute Kuno Rödel von Reifenberg seinen Hahnstätter Besitz zu einer Burg aus, deren Graben von einem Seitenarm der Aar gespeist wurde. Die Burg wurde 1392 von Pfalzgraf Ruprecht bei Rhein, dessen Scharen auch die Orte Netzbach, Kaltenholzhausen und Birlenbach verwüsteten, erobert und vollständig ausgeplündert. Im 18. Jahrhundert erfolgte der Umbau der Burg zum Schloss. 1815/16 kam das Wasserschloss in den Besitz des Freiherrn Marschall von Bieberstein („Biebersteinsches Schloss“) und sie blieb bis 1969 im Familienbesitz.
Der Freiherr veranlasste 1824 die dringend notwendige Ortsstrassenverbesserung, etwas später die Generalreinigung des Hohlenfelsbaches und auf sein Betreiben erhielt Hahnstätten schon 1830 als erste Aargemeinde eine Feuerspritze. In diesen Jahren erlebte Hahnstätten einen erheblichen Aufschwung. Als er 1834 starb, trugen Hahnstätter Schulkinder Backsteine als Beihilfe zum Bau einer Grabkapelle für den Verstorbenen auf den Friedhof, was man als Zeugnis des guten Verhältnisses zwischen dem Dorf und dem Staatsminister ansehen muß.
1969 wurden Burg und Schlosspark an einen Privatmann verkauft und seit dem zu Wohnzwecken genutzt. 2006 fand im Garten das erste Schlossgartenkonzert statt, zu dem die Gäste aus Nah und Fern angereist sind.
Das sehr schöne Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert in der Kirchstraße 20 war einmal ein einklassiges Schulgebäude mit Lehrerwohnung. 1836 wurde es zur zweiklassigen Schule erweitert. Als das Gebäude für Unterrichtszwecke zu klein war, wurden Klassen im neuen Rathaus des 19. Jahrhunderts in der Aarstraße 21 unterrichtet. Das Rathaus in der Kirchgasse 20 diente bis in die 80er Jahre als Wohnhaus und wird seit 1988 als Rathaus der Ortsgemeinde Hahnstätten und von der Gemeindebücherei genutzt. Die Bürger sind stolz auf dieses Gebäude, in dem sich auch seit einigen Jahre das Trauzimmer der Verbandsgemeinde Hahnstätten befindet.

In der Aarstraße (heutige Seniorenresidenz) gab es eine Brauerei, in der 1865 zum ersten Mal Bier gebraut wurde. Als diese Braustätte zu klein wurde, wurde 1896/97 „Am Rößler“ die neue Brauerei errichtet. Auch heute wird in dieser kleinen Brauerei noch Bier gebraut. Im Stammhaus der Brauerei Heckelmann-Kuhn, dem Nassauer Hof (heute „Zum alten Brauhaus“) ist eine Gaststätte untergebracht.

1830 gab es die erste Feuerspritze für Hahnstätten (zu bedienen von 16 Männern), die in der Kirchgasse untergestellt war.
Die Freiwillige Feuerwehr Hahnstätten wurde 1910 gegründet Das kleine Feuerwehrgerätehaus in der Marktstraße aus dem Jahre 1935 wurde vor Jahren verkauft und zu einem Geschäftshaus umgebaut. Nur an seinem Schlauchturm kann man die ehemalige Nutzung des Gebäudes noch erkennen. Seit 1972 hat Hahnstätten ein großes, modernes Feuerwehrgerätehaus in der Jahnstraße.

1871 wurde das Forstamt Hahnstätten gegründet (Verlegung der Oberförsterei von Burgschwalbach nach Hahnstätten). Ab 1967 übernimmt das Forstamt Diez die Dienstgeschäfte. Seit dem 1.1.2004 obliegen die Amtsgeschäfte dem Forstamt Lahnstein.
Für die Betreuung des Gemeindewaldes ist der ortsansässige Förster zuständig.

In den 60er Jahren hat Hahnstätten eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Neben dem Kalkwerk Schaefer, der Brauerei Heckelmann Kuhn (heute Nass. Privatbrauerei), einer Kleiderfabrik und einem Busunternehmen gibt es Handels- und Handwerksbetriebe.
Das Schulhaus in der Austraße wurde 1996 in ein Dorfgemeinschaftshaus umgewandelt und dient mit seinem Anbau als Festhalle für Konzerte, Theater und mehr. Die Kinder werden heute im Schulzentrum in der Jahnstraße unterrichtet.

Das KREML-Kulturhaus öffnet 1997 seine Pforten. Neben Café, Kino und Außengelände mit Spielplatz gibt es Räume für Kurse, Ausstellungen und Musikdarbietungen.

Für die jugendlichen Einwohner und Gäste baut die Gemeinde Hahnstätten in der Nähe des Aartal-Radweges in der Jahnstraße im Jahre 2003 einen Multifunktionsplatz.
Der Naturerlebnispfad im Hohlenfelsbachtal Hahnstätten mit 5 km Länge ist eine große Bereicherung für Naturfreund.
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Der Aartal-Radweg führt von Diez nach Taunusstein-Bleidenstadt (46 km ) Die Römerquelle und der Johannisbrunnen ins Zollhaus, sowie der Mineralbrunnen in Rückershausen sind beliebte Treffpunkte von Radlern und Wanderern.

Hahnstätten ist 2005 der tiefste Punkt von Rheinland-Pfalz (im Kalkbruch der Kalkwerke Schaefer GmbH u. Co KG Hahnstätten)

Im touristischen Bereich sind Handhebeldraisinenfahrten der „Renner“ im unteren Aartal.
Zusammen mit der Besichtigung der Nassauischen Privatbrauerei oder der Hahnstätter Flechtwerkstatt, Besuch im Restaurant/Cafe oder auf der Bowlingbahn im Cafe Wick, ergibt sich ein tolles Programm.

Heute ist Hahnstätten mit seiner guten Infrastruktur ein beliebter Wohn-, Geschäfts- und Erholungsort. Ein breites Angebot an Freizeitmöglichkeiten und nicht zuletzt die gute Lage mitten in Europa – aber auch in ländlicher erholsamer Umgebung, macht Hahnstätten für Gäste von Nah und Fern immer interessanter.