Historie

In einer Urkunde der Abtei Prüm/Eifel vom 17.2.881 wird deren Eigenkirche in „Flachta“ genannt und damit der Dorfname erstmals bezeugt. Dieser (seit 1453 Flacht) ist wahrscheinlich von „flach“, von der Dorflage im Flachen, abgeleitet. Das Gemeindegebiet liegt im flachsten Teil des Aartales. Daneben kommt jedoch auch eine Herleitung vom althochdeutschen Wort „flahta“ = Flechte in der Bedeutung „Geflochtenes, Zaun, Hürde“ in Betracht. In alter Zeit waren die Ansiedlungen zum Schutz gegen Feinde und wilde Tiere mit einem Zaun aus hohem Flechtwerk umgeben. Nach einer anderen Deutung ist auch eine Ableitung von „flak“ = Wasser möglich.

Ersterwähnung im Jahr 881. Ein Güterverzeichnis aus dem Jahre 893 bezeugt, dass die Abtei Prüm neben der Kirche hier einen Fronhof nebst Ländereien besaß. Zu einem unbekannten Zeitpunkt, aber vor 1217, ging der Prümer Besitz in das Eigentum des St. Florinstifts in Koblenz über. Neben dem grundherrlichen Besitz der kirchlichen Einrichtungen bestand das Dorf als selbständige Einheit. Im Zeitpunkt seiner Ersterwähnung 881 gehörte es herrschaftlich zum Niederlahngau in der Grafschaft des Eberhard, des letzten dort bezeugten Konradiners.

Vor 1053 wurde diese Grafschaft von einem neuen Grafengeschlecht übernommen, das sich später nach seiner vor 1073 erbauten Burg Diez nannte. Den Grafen von Diez folgten als Landesherren 1386 Graf Adolf von Nassau-Diez und danach bis 1564 mehrere Teilherren. Alleinige Landesherren waren sodann die Grafen von Nassau-Dillenburg bis 1607, danach die Grafen, seit 1655 Fürsten von Nassau-Diez und spätere Fürsten von Oranien-Nassau.
Mit dem Amt Diez gehörte das Kirchspiel Flacht 1806 bzw. 1813 zum Herzogtum Nassau, ab 1867 zum Unterlahnkreis, Regierungsbezirk Wiesbaden, Provinz Hessen-Nassau im Königreich Preußen (ab 1919 Deutsches Reich). Im Gefolge des 2. Weltkrieges wurde das Dorf der französischen Besatzungszone zugeordnet, in der sich 1947 das Land Rheinland-Pfalz bildete. Nach einer landesweiten Gebietsreform entstand 1971 die für Flacht zuständige Verbandsgemeinde Hahnstätten im Rhein-Lahn-Kreis.

Früher wurden die Begebenheiten nur mündlich überliefert. Ab dem 13. Jahrhundert begann man mit der Erstellung von „Weistümern“, d.h. nach Befragung von „Wissenden“ wurden Begebenheiten festgehalten. Im Flachter Weistum sind die Verhältnisse festgehalten worden, die schon lange vor 1462 bestanden haben. Die Aufzeichnung über Flacht lässt vor allem die überragende Stellung des Vogts erkennen. Festgehalten wurde auch, dass die Mühle den Florinsherren gehörte.

1450 wird als Abgabe u.a. das Banngeld festgehalten. Ein Recht des Grafen, in seinem Gebiet bestimmte Vorschriften zu machen oder Beschränkungen aufzuerlegen.
Im Jahre 1596 wurde festgehalten, das u. a. Abgaben an das Florinstift und den Fronhof in vielfältiger Form und an den Vogt Daniel von Mudersbach und den Fronhofsbüttel zu leisten seien.

Der Wald war für unsere Vorfahren von großer Bedeutung, da er neben den gerodeten und zur Landwirtschaft genutzten Flächen, Lebensgrundlage war. Von den 440 ha Gemeindefläche sind 121 ha Waldfläche. Der Flachter Wald gehörte früher zum Markwald „Fuchsenhell“. Vor 1811 waren die Wälder an der Aar Markwald mit herrschaftlichen Vorrechten und bestimmten Nutzungsrechten für die in den angrenzenden Dörfern lebenden Einwohnern (Märker). Nach Aufhebung der Gemeinschaft wurde die Waldfläche aufgeteilt und den Gemeinden übergeben. Flacht erhielt einen Anteil von 289 nassauischen Morgen. Früher zählte der Wald durch den Verkauf von Brenn- und Nutzholz zu den größten Einnahmequellen der Gemeinde. Flacht ist Mitglied im Forstverband Holzheim, der von einem Revierförster betreut wird.

Das war ein wirtschaftlicher Verband, an dem mehrere Gemeinden im Umkreis Nutzungsrechte hatten.

Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war Flacht noch ein Bauerndorf. Als Ergebnis der auf dem Agrarsektor rasch sich ändernden Verhältnisse hat sich ein drastischer Wandel vollzogen. Am 31.12.2005 gab es nur noch zwei landwirtschaftliche Betriebe im Dorf und einen Aussiedlerhof in der Gemarkung. 2005 gibt es 1 Bäckerei, eine Metzgerei, weitere Gewerbebetriebe, 1 Gastwirtschaft und drei Gästehäuser.

Neben der Landwirtschaft gab es manch anderes Gewerbe. Sicher lange schon vorher die 1405 zuerst genannte Mühle.
Im Jahr 1828 zählte man in Flacht 11 Krämer, 8 Leineweber, je 4 Wirte und Metzger, 3 Schuhmacher, je 2 Branntweinbrenner, Schneider, Schreiner und Zimmerleute, je einen Abdecker oder Wasenmeister, Messerschmied, Müller, Ölmüller und Weißbinder.

1850 wurden im Dorf drei Laufbrunnen errichtet. In der Falterstraße (heute Schulstraße) und in der Borngasse. Ende des Jahres 1899 wurde die Wasserleitung fertiggestellt.

1887 wird erstmals eine Postagentur in Flacht erwähnt. Heute müssen die Flachter die Post in Oberneisen, Diez oder Hahnstätten abgeben. 1905 wurde die Poststelle (für Flacht, Holzheim und Niederneisen) an das Telefonnetz angeschlossen.

Die Gemeinde Flacht ist im Jahre 2005 im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms bemüht, den älteren Gebäudebestand im Dorfkern aufzuwerten.